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Weihnacht: das Fest der elektrischen Lichter

Viele Besucher fragen in Dezember, wo die Weihnachtsmärkte in den USA zu finden sind. In den Vereinigten Staaten gibt es fast keine Weihnachtsmärkte oder Glühweinstände, und wenn sie vorkommen, bleiben sie nur einen Tag oder ein Wochenende auf. Statt Märkte sind Weihnachtslichter und beleuchtete Weihnachtsdekorationen die Boten des kommenden Fests. Seit dem Anfang der Elektrifizierung gehören die elektrischen Weihnachtslichter zur Vorweihnachtszeit, und ob die Lichter Adventskränze oder märchenhafte Renntiere bilden, freuen sich Kindern und Erwachsenen zugleich über die ersten Weihnachtslichter. Zuerst hatten die Lichter die Kerzen am Weihnachtsbaum ersetzt, und nach der Entwicklung besseres Isoliermaterial konnten die Lichter auch draussen aufgehängt werden.

Nach Erntedankfest, das immer am vierten Donnerstag im November gefeiert wird, beginnen viele Leute ihre Häuser oder die Balkonen ihrer Wohnungen mit Lichterketten zu zieren. Die Dachlinien der Häuser werden oft mit weißen oder bunten Lichtern umrandet, und einige stellen beleuchte Renntiere und andere Figuren in ihrem Vorgarten. Ein klassisches Bild macht die glühende Heilige Familie samt Ochse und Esel, die aus hohlem Kunststoff verformt wurde, damit von drinnen beleuchtet werden kann. Vierzig-Watt-Birnen erzeugen den Heiligen Schein. Manche Gemeinden oder Nachbarschaften sind für die Zahl der beleuchteten Häuser bekannt, und andere halten Wettbewerbe, die die Lichtermengen und die Vielfalt der aufgestellten Figuren ein neue Übertriebenheit erreichen. Ein bekanntes Bespiel ist der fiktionale Hausbesitzer, den Chevy Chase in National Lampoon’s Christmas spielte, und im Film hängte er so viele Lichter auf, dass beim Anknipsen seiner Dekorationen plötzlich die Hälfte der Stadt ohne Elektrizität war.

Anstatt Weihnachtsmärkte zu organisieren, stellen Großstädte öffentliche Lichterausstellungen, deren Kosten oft mehrere Millionen ertragen. Die Lichter lassen aber den größten Eindruck auf dem Lande, obwohl sie oft viel bescheidener sind, weil die Weihnachtslichter die weite Dunkelheit durchbrechen. Viele ländliche Regionen hatten bis den sechziger Jahren keine Elektrizität, und die Bewohner des Landes genossen die elektrische Festlichkeit, die in den Gemeindezentren zu finden war. Kleinstädte und Dörfer hängen an die Lichtmasten der Hauptstraße fast immer die gleichen beleuchteten Rauschgoldfiguren, die die Formen von Weihnachtsbäumen, Spielzeugsoldaten und Zuckerstangen haben. Belton, eine Stadt in Zentraltexas, errichtete 1895 ihre erste elektrische Weihnachtsausstellung, und die umliegenden Kleinstädte folgten dem Bespiel, als die Infrastruktur ausgebaut wurde, die sie mit Elektrizität versorgte. In einer Kleinstadt dient der Antennenmast der Elektizitätsgenossenschaft als der Stamm eines großen Weihnachtsbaum, der jedes Jahr am Tage des Weihnachtsfestzugs angeschaltet wird, den die Gemeinde am ersten Samstag in Dezember abhält. Nach der Beleuchtung ist der Lichterbaum meilenweit zu sehen. Elektrisches Licht ist heutzutage nichts neues, aber gehört ganz bestimmt in den USA zu Advent und Weihnachten.

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Erzähler und Chronist: J. Frank Dobie and Tales of Texas

Texas ist nicht sehr alt, aber trotzdem ist der Bundesstaat reich an Geschichten. Die Geschichte des Landes ist interessant, aber die Geschichten, die eine Mischung aus Wahrheit und Übertreibung sind, klären oft den geschichtlichen Hintergrund mehr als eine trockene, historische Auslegung. Das Erzählen von Geschichten hatte einen besonderen Platz in dem Westen, und Geschichten dienten als Unterhaltung und als Lehrerzählung zugleich.

Die meisten Erzählungen waren nicht weit verbreitet, und wir verdanken der Mühe einiger Folklorist, die die Erzählungen gesammelt hatten. J. Frank Dobie beschrieb in mehr als 20 Bücher das Leben auf dem Frontier, und er zeigte, dass man die alten Erzählungen und Traditionen noch bewahren sollte, obwohl die Politik und Rassenbeziehungen Texas` dringend reformiert werden mussten. Seine Bücher verkauften sich gut, und die Erzählungen wurden immer mehr einen Teil der texanischen Geschichte. Dobie hatte an der Universität of Texas eine feste Lehrstelle, aber machte in der 40er Jahren im Ausland längere Aufenthalten. Die führenden Politiker schätzten seine Kritik der politischen Lage nicht, die von konservativen Demokraten beherrscht wurde, und er wurde durch politischen Machenschaften gekündigt. Er blieb noch eine weitere zwanzig Jahren in der Schreibkunst tätig, und obwohl er seine Lehrstelle verlor, ist seine Arbeit und seine Persönlichkeit immer mit der Universität in Austin verbunden.

Ich schätze viele seiner Bücher, aber mein Lieblingsbuch heisst “Tales of Old Time Texas.” Das Buch ist sehr erzählerisch, und er bewahrt das Gefühl, dass die Worte erweckt hätten, als sie zum ersten mal neben einem Lagerfeuer gesprochen wurden. In dem Vorwort bedauerte er den Verlust, unter dem eine Erzählung leiden könnte, wenn die Erzählung von dem Erzählten ins Gedrückte übertragen werden wird, aber es scheint mir, als ob nichts verlorengegangen war. Als ich als jünger Pfadfinder um das Lagerfeuer saß, hörte ich die Erzählungen mehrmals, den einer der Leiter las fast auf jedem Ausflug mit tief texanischer Stimme eine der Erzählungen laut. Die Geschichte des Südwestens ist noch zu jung, um die Entwicklung weit verbreiteter Sagen zuzulassen, aber einige Erzählungen haben eine sagenhafte Form, in der übernatürliche Kräfte eingreifen, um die Gutes zu belohnen und Böses zu bestrafen. Die Erzählungen beschrieben das fast mythologisierte Leben vieler Texaner wie San Bass, Bigfoot Wallace und Jim Bowie. Jahrelang träumte ich von dem Schatz der San Saba Mine, den Sam Bowie entdeckt sollte, bevor er unter Beschuss von Comanche ihn wieder verstecken mussten. Nach der Handlung der Erzählung ist der Schatz noch in der Nähe von Menard zu finden, aber so weit ich weiss, hat niemand ihn noch entdeckt.

Ein gutes Bespiel der Erzählkunst ist die dritte Erzählung, “The Dream That Saved Willbarger.” Die Handlung der Geschichte fand in der Hügellandschaft statt, die südöstlich der heutigen Stadt Austin liegt. Josiah Willbarger was im frühjahr 1830 mit seiner Familie von Missouri nach Texas gezogen, und hatte ein Haus nahe der Colorado River gebaut. Im Frühling machten er und vier der Nachbarmänner gerade eine Erkundigungsreise weiter nach Süden, als die gegen Sonnenuntergang von einigen Comanchen angegriffen wurden. Sie suchten hinter einigen kleinen Bäume Deckung, und versuchten mit ihnen eigenen Gewehren Feuer zu geben. Sie waren weit unterliegen und nachdem drei Männer tödlich getroffen worden waren, flohen die anderen zwei zur Familie Hornsby, die weit weg wohnten. Als sie die verwundeten Männer zurückließen, sahen sie, wie mehr als fünfzehn Krieger Messer zogen, um die Gefallenen zu skalpieren.

Im Hause Hornsbys hielten die Männer wach, als Ms. Hornsby und die Kinder schliefen. Nach einer Weile stand Ms. Hornsby auf und kam zu Mr. Hornsby und den anderen, und sagte, dass sie weisst bestimmt, dass Josiah Willbarger noch am Leben wäre. Sie erklärte, dass in Traum eine Frau zu ihr kam und sagte, dass er lebte. Die Männer erzählten die grausame Geschehnisse, als die Toten überfallen wurden, und Ms. Hornsby ging wieder schlafen. Nach einigen Minuten kam die zurück und beschrieb, wie Willbarger unter einem Baum schwer verwundet saß, aber sie beteuerte wieder, dass er noch lebte. Die Männer versprochen, nach Sonnenaufgang nach Willbarger zu suchen. Gegen morgen kam Ms. Hornsby wieder und hielten drei Laken. Sie sagte, zwei waren für die Toten und das andere sollte um die Wunden Willbargers gebunden werden. Nach einer kurzen Suche fanden sie die zwei Toten, und unter einem Baum saß Wilbarger mit Blut verkrusteten Kopf und Oberkörper. Alle drei samt der noch Lebende waren skalpiert worden. Willbarger erzählte, wie ein Schuss ihm in den Nacken getroffen hatte, und dadurch wurde er kurzzeitig gelähmt. Als die Krieger ihm die Kopfhaut abgerissen hatte, hatte er nicht gezuckt, aber nur „betäubenden Donner“ gehört. Die Krieger hatten die Kehlen der anderen Männer geschnitten, aber wegen des Nacken Schusses hatten sie ihn für Tot gehalten. Später erfuhr Willbarger, dass seine Schwester an jenem Abend in Missouri gestorben war, and alle vermuteten, dass sie die Besucherin gewesen wäre, die Ms. Hornsby über seinen Zustand berichtet hatte.

In einem weiteren Kapitel „Panther´s Scream“ schrieb Dobie, wie die Gewalt der Natur meistens mehr furchterregend sei, als die übernatürlichen Kräfte. Bis in zwanziger Jahren des letzen Jahrhunderts war der Panther noch im ganz Texas weit verbreitet, und fast alle Familien ihre eigenen Panther Erzählungen entwickelten. Panther sind sehr geduldig, und lauern lang, bevor sie Jagd und Angriff beginnen. Der Panther kann unbeobachtet beobachten, aber wenn er schreit, ist das Geläut erschreckender als das aller anderen Großkatzen. Der Schrei gleicht der Warnung eines verdeckten Gegners, der irgendwann angreifen könnte, und es scheint, als ob er spielen will, ehe er etwas angreift. Unter anderen Erzählungen erzählte er die Geschichte eines hungrigen Mannes, der gegen Sonnenuntergang das letzte Geschoss seiner Schrottflinte abfeuerte, um sechs schlafende Truthähne aus ihren Platz ihm Baum zu erbeuten. Plötzlich hörte er den Schrei eines Panthers, und erschrocken machte er sich schnell auf dem Weg zu seinem Pferd zurück, das er am Ende eines schmalen Pfades angebunden hatte. Die große Vögel waren schwer, und unter dem Last konnte nicht schnell gehen. Er hörte ein leises Geraschel im Gebüsch und fühlte die Augen des Tieres. Aus Angst und Verzweiflung warf er hinter ihn her eine der Truthähne, die er auf dem Rücken trug. Er spürte, etwas in die Richtung des toten Vogels springen. Danach brach noch ein Schrei durch die Luft, aber diesmal von der anderen Seite des Pfades. Er warf noch eine Truthahn weg, und nach jedem Wurf kam immer wieder ein Geraschel gefolgt von einem Schrei. Er warf den letzten Vogel weg, als er sein Pferd sah, das gerade heftig and die Leinen zog. Er sprang auf sein Pferd und galoppierte in die Dunkelheit, während noch ein Schrei ihm entgegen kam.

Noch andere Quellen könnten dem Leser ein breiteres Verständnis texanischer Geschichte vermitteln, aber sie Bücher von J. Frank Dobie schaffen ein Gefühl für die Landschaft und Folklore, die anderen Büchern fehlen.—Jason Fabianke

 

 

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